Zur Geschichte

Über Jahrhunderte hinweg haben Sielhäfen an der Nordseeküste von Nordfriesland bis zur Zuidersee als Stützpunkte der Watten- und Segelschifffahrt eine bedeutsame Rolle gespielt. Um Mitte des vorigen Jahrhunderts bestanden allein im Gebiet zwischen Ems und Elbe rund 50 solcher Häfen. Dazu kamen noch weitere Häfen an der nordfriesischen Küste.
Mit dem Aufkommen immer größerer Segelschiffe, der Dampfschifffahrt und auch des Eisenbahnverkehrs wurden die Warenströme auf die am tieferen Fahrwasser liegenden Flussmündungshäfen umgelenkt. Damit verloren die Sielhäfen ihre wirtschaftliche Bedeutung. Die heute noch vorhandenen wenigen Sielhäfen sind vorwiegend Stützpunkte für den Waren- und Personentransport zu den Ostfriesischen Inseln und für die Küstenfischerei. Als Hafen, Umschlags- und Handelsplatz hatten die Sielhäfen einen besonderen, teils städtisch geprägten Charakter. Dieser Charakter drohte im Zuge der großen Landgewinnungs- und Küstenschutzmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten verloren zu gehen. Ratsam schien es, diese Atmosphäre mindestens in einem Sielhafen für die Nachwelt zu erhalten. Hierfür bot sich besonders der Hafenort Carolinensiel an. Carolinensiel war einmal der bedeutendste dieser Häfen. Zudem entsprach der "Alte Hafen Carolinensiel" mit der vorhandenen Bausubstanz noch weitgehend dem Bild früherer Jahrhunderte.
An den hintereinander am Lauf der Harle liegenden Sielhäfen Carolinensiel, Friedrichsschleuse und Harlesiel lässt sich auch besonders gut der Fortgang des Deichbaus und der Landgewinnung erkennen. Carolinensiel und Friedrichsschleuse (mit der ehemals holländischen Zugbrücke) haben - obwohl heute praktisch im Binnenland gelegen - über die Harle und die Schleuse im Hafen Harlesiel noch Zugang zum offenen Meer.

Zeittafel von Carolinensiel - Harlesiel

1729/30

Der Carolinensieler Hafen wird angelegt.
Jan/Feb 1730
Fürst Georg-Albrecht von Ostfriesland ruft zur Besiedelung des neuen Hafens nebst Siel auf. Der Carolinensieler Hafen wird nach seiner Frau der Fürstin Sophie Caroline benannt.
März 1730
Carolinensiel zählt erste Ansiedler
1758
Carolinensiel hat nun 204 Einwohner. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelt sich Carolinensiel neben Emden zum wichtigsten Hafen an der ostfriesischen Nordseeküste.
1765
Friedrich der Große lässt den Friedrichsgroden eindeichen und die nach ihm benannte Friedrichsschleuse erbauen.
1773
Die Deichmühle in Carolinensiel wird erbaut. Sie ist zwei Stockwerke hoch und Wahrzeichen des Ortes. Früher hatte sie als Gebäude auf dem Deich, die Bedeutung einer Landmarke.
1793
Die Einwohnerzahl Carolinensiels ist auf 793 gestiegen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstehen in Carolinensiel nacheinander drei Werftbetriebe aufgrund der heimischen Segelschifffahrt. Erster Tourismus in Carolinensiel durch gute Schiffsverbindung zur Insel Wangerooge. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verliert Carolinensiel als Hafen allmählich an Bedeutung. Gründe sind die Verlagerung der Transporte aufs Straßen- und Eisenbahnnetz sowie auf schnellere Dampfschiffe.
1953-1956
Harlesiel entsteht, da man nördlich der Friedrichsschleuse eine neue Hafen- und Sielanlage erbaute.
1980
Das Haus des Gastes an der Kurpromenade wird fertiggestellt.
1983
Carolinensiel wird als staatlich anerkanntes Nordseebad ausgezeichnet.
1984
Gründung des Deutschen Sielhafenmuseums in Carolinensiel
1987
Die Bahnlinie von Jever nach Harlesiel wird eingestellt
1994
Das Nationalparkhaus Niedersächsisches Wattenmeer zieht in die „Alte Pastorei“ ein.
1995
Das Deutsche Sielhafenmuseum zieht ebenfalls in die „Alte Pastorei“ ein.
2005
Am 28. Mai feierten wir 275 Jahre Carolinensiel
Am 22. Juli wurde nach nur 9-monatiger Umbauzeit das ehemalige Haus des Gastes wieder eröffnet, welches mit der Neueröffnung nun den Namen Kurzentrum Cliner Quelle trägt.
2009
Am 27. Juni ist das Freibad Harlesiel 50 Jahre alt geworden.


275 Jahre (im Jahre 2005) Carolinensiel - Harlesiel

Im Frühjahr 1730 vergab Fürst Georg Albrecht von Ostfriesland die ersten Grundstücke an die Neusiedler rings um den heutigen Museumshafen. Das war die Geburtsstunde von Carolinensiel. Namensgeberin des neuen Hafenortes war die Gemahlin des Fürsten, Sophie Caroline von Ostfriesland. Carolinensiel entwickelte sich nach Emden zum zweitgrößten Hafen in Ostfriesland. Von hier aus fuhren die Frachtensegler in die Nord- und Ostsee, ins Mittelmeer und sogar über den Atlantik.
1765 kam der zweite Hafen an der Friedrichsschleuse hinzu. Hier lagen die Fischkutter vor Anker, mit denen die Einwohner nach dem Niedergang der Segelschifffahrt seit den 1880er Jahren ihr Brot verdienten. 1953 bis 1956 wurden das Schöpfwerk und der neue Außenhafen in Harlesiel gebaut. Hier legen die Fähren nach Wangerooge ab. Am Strand, auf dem Campingplatz und im Haus des Gastes verbringen die Gäste des Nordseebades Carolinensiel-Harlesiel ihren Urlaub.

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